Was soll ich tun, wenn der Reifen platzt?

Reifenplatzer beitragJeder kennt es, kaum jemand mag jedoch daran denken: Der Reifenplatzer! Meist passiert er völlig unerwartet und nicht selten auch noch an abgelegen Orten, in der Dunkelheit oder bei einfachem Sauwetter. Wie dem auch sei, wenn der Reifen dann mal platzt, ist oftmals der Schrecken groß und die häufigste Frage die sich stellt ist: Was mache ich jetzt? Der Reifenwechsel ist zwar Bestandteil der Fahrschule, wird aber gerne vergessen. Nichts desto trotz ist er in der Regel relativ einfach und in der heutigen Zeit gibt es oftmals Alternativen zum Reifenwechsel, die das Auto – zumindest vorübergehend – wieder fahrtauglich machen.

  • 1. Sicherung des Fahrzeuges und Eigenschutz

Die erste Maßnahme, die Ihr unbedingt bei einem Plattfuß durchführen solltet, unterscheidet sich nicht von dem was Ihr auch sonst bei einer Panne macht und dient Eurer eigenen Sicherheit. Hier geht es – genau! – um die Absicherung. Es gilt den nachfolgenden Verkehr vor Eurem Fahrzeug zu warnen und so eventuelle Unfälle zu verhindern, die Euch oder Eurem Auto weiter schaden können. Habt Ihr eine Warnweste dabei – die Vorschrift ist! – dann zieht Ihr diese am Besten an und stellt anschließend das Warndreieck hinter eurem Auto auf, um die anderen Fahrzeuge zu warnen. Eventuell sollte man auch darüber nachdenken, die Polizei – ja, auch wenn die Euch vielleicht ärger macht! – zu rufen. Steht man in einer gefährlichen Position oder ist man auf der Autobahn, kann dies sogar unter Umständen Pflicht sein. Davon mal abgesehen sind die Chancen nicht gering, dass Euch im Zweifel ein anderer Verkehrsteilnehmer die Arbeit früher oder später ohnehin abnimmt.

  • 2. Hilfe holen

Die einfachste Möglichkeit, die Du nun hast, ist natürlich die Hilfe. Viele Autofahrer sind im ADAC oder in anderen Auto Clubs Mitglied oder aber kennen einen Bekannten, den man schnell mal eben anrufen kann. Auch Papa wird hier immer gerne schnell angerufen und überzeugt zu helfen. Wer diese Möglichkeit hat, der ist relativ fein aus dem Schneider. Außer zu warten, bis die Hilfe kommt und das Problem gelöst wurde, gibt es nichts weiter zu tun. Wichtig ist hier vor allem, dass man unter Umständen aufpasst und die Hilfe einweist. Vor allem in unwegsamem oder unübersichtlichem Gelände ist das wichtig.

  • 3. Ihr helft Euch selbst

Reifenplatzer WechselSeid ihr keines der vielen Automobil Club Mitglieder und auch Papa, ein Freund oder ein anderer Bekannter hat keine Zeit, dann müsst Ihr euch wohl oder übel selbst helfen. Doch keine Panik! Das klingt einfacher als es ist. Als erstes solltet Ihr euch darüber vergewissern, welches System Euer Fahrzeug benutzt. Einige Autos haben einen Ersatzreifen, aber einige verfügen auch lediglich über ein Notrad. Wieder andere Hersteller setzen auf ein Reifen Reperaturset. Der Reservereifen fehlt hier vollständig!

Die einfachste Möglichkeit ist das Reparaturset. Habt Ihr so eins an Bord, dann müsst Ihr nichts weiter tun, als den Anweisungen in der Anleitung folgen und das Spray auf die beschädigte Stelle sprühen. Dann wartet Ihr einige Minuten und könnt dann mit der Handluftpumpe wieder Luft in den Reifen pumpen. Das ist die schwerste Arbeit in dem gesamten Prozess. Danach ist der Reifen provisorisch geflickt und Ihr könnte eine kurze Strecke – bis zur Werkstatt oder nach Hause (Wenn in der Nähe!) – weiter fahren.

Habt Ihr ein Ersatzrad oder ein Notrad, dann müsst Ihr in der Tat ein wenig körperliche Arbeit leisten, um den Reifen zu wechseln. Als erstes gilt es den Wagen dabei mit dem Wagenheber aufzubocken. Wie das genau funktioniert und worauf Ihr achten müsst, dass findet Ihr in der Bedienungsanleitung Eures Fahrzeuges. Ihr solltet Euch die Anweisungen genau durchlesen und diese befolgen, damit Ihr euch nicht verletzt und alles gut geht. Ist der Wagen aufgebockt, dann geht es daran, die Schrauben vom Reifen zu entfernen. Mit dem Schlüssel, der dem Auto beiliegt, ist dass problemlos zu erledigen, jedoch ist hier starker Kraftaufwand notwendig um die Schrauben zu lösen. Gegebenenfalls sollte man hier einen Gegenstand als Hammer zur Hilfe nehmen oder einen anderen Verkehrsteilnehmer (zum Beispiel wenn Ihr Frau seid) zur Hand nehmen. Sind auch die Schrauben entfernt, dann ist der Reifen schnell abgebaut. Nun gilt es nur noch das Not- oder Reserverad auf die Felge zu setzen und die Schrauben wieder fest zu ziehen. Den alten Reifen nehmt Ihr selbstverständlich mit.

Möchtest Du 10 Euro beim Reifenkauf sparen?

Das war es auch schon. Der Reifen ist gewechselt und die Fahr kann weiter gehen. Nach einigen Kilometern, z.B. an einer Tankstelle, solltet Ihr die Schrauben noch einmal nachziehen. Ggf. kann man Euch hier mit einem Pressluftschrauber helfen, oder Ihr wechselt den Reifen gleich komplett.

Was Ihr beachten müsst

Wichtig ist, dass Ihr mit dem Notrad keine weiten Strecken fahrt. Das Notrad ist ein kleines und wie der Name schon sagt, Notrad. Es ist nicht für den normalen Verkehr auf Dauer zugelassen und bringt viele Sicherheitsrisiken mit, dadurch das es kleiner und schmaler ist. Mit einem Reserverad sieht das zwar anders aus – theoretisch könnt Ihr mit diesem solange fahren wie ihr wollte – aber auch hier sollte man den Reifen beizeiten wechseln lassen. Zum einen ist es empfohlen, dass alle vier Reifen vom gleichen Typ und Modell sind, eine ganz andere Sache ist aber, dass Euch sonst ein Reservereifen fehlt, sollte es noch einmal zu einer Reifenpanne kommen und dann habt Ihr doch ein größeres Problem.

  • 4. Abschleppen oder Laufen

Solltet Ihr den obigen Rat aus welchem Grund auch immer nicht befolgt haben und kein Reservereifen haben und auch das Notrad oder ein Reifen Reparaturset sind nicht vorhanden, dann bleibt Euch nur noch die Möglichkeit, Euer Fahrzeug auf Eure Kosten abschleppen zu lassen. Die von Euch, die mutig sind und einfach mal auf der Felge weiterfahren, seien an dieser Stelle gewarnt! Die Felge – vor allem Alufelgen – kann sich verziehen und auch bei langsamen Fahrten über kurze Strecken starke Schäden nehmen. Am Ende ist dann oft nicht nur ein neuer Reifen, sondern auch eine neue (Alu-)Felge fällig.

 

Fazit

Eine Reifenpanne ist kein großes Problem und in der Regel im schlimmsten Fall nichts weiter als ein Ärgernis. Der obige Text hat Euch gezeigt, was Ihr tun könnt und dass selbst ein Reifenwechsel nicht so schwer ist, wie es den Anschein hat. Nichts desto trotz bleibt natürlich für alle zu hoffen, dass wir niemals von dem oben genannten Anwendung machen müssen und unsere Reifen immer schön ganz und in Ordnung bleiben! Sollte dennoch eine Reifenpanne auftreten, dann seid Ihr nun zumindest in jedem Fall gerüstet.

Noch ein Tipp

Wer sich übrigens noch besser rüsten möchte, der wechselt einfach mal aus Spaß an einem Abend oder Wochenende zu Hause den Reifen. Vielleicht sogar mit Papa oder Freund. So lernt Ihr ohne Stress in einer normalen Situation den Reifen zu wechseln und habt es im Ernstfall deutlich einfacher.

 

Artikel als PDF herunterladen!
 

 

MisterGrip

Author: MisterGrip

Share This Post On
468 ad

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.