Was sind die Unterschiede zwischen Otto- und Wankelmotor?

Unterschied Otto Wankel Mazda Motor ShowMotoren bewegen die Welt. Ob in Fahrzeugen oder Rasenmähern, für den entsprechenden Antrieb wurden verschiedene Motoren entwickelt, von denen sich nur einige wenige wirklich durchsetzen konnten. Großer Sieger im Wettstreit der Verbrennungsmotoren ist der in Millionen Autos verbaute Hubkolbenmotor, besser bekannt als Otto-Motor. Doch auch ein Verlierer kann sich wieder erheben. So erlebt der weniger bekannte Wankel-Motor sein Comeback.

Zuerst kam der Ottomotor

Vor etwa 150 Jahren entwickelte Nikolaus August Otto das 4-Takt-Prinzip und den dazu passenden Motor und schaffte damit den Durchbruch seiner Zeit von großen und unzuverlässigen Dampfmaschinen hin zu kleineren, leichteren und effektiveren Verbrennungsmotoren. Die entscheidende Idee dahinter war die Verdichtung eines Gas-Luft-Gemisches. In einem Kolben wird dieses Gemisch zuerst angesaugt und durch einen Kolben verdichtet. Die so gepresste Luft-Gas-Mischung wird dann gezündet, sodass sich die brennende Luft schlagartig ausdehnt und den Kolben wieder nach unten drückt. Die jetzt unbrauchbare Restluft wird mitsamt dem Ruß vom Kolben in den Auspuff gedrückt und der Kreislauf beginnt von vorn.

Zaghafter Beginn

Was bereits 1876 mit einer bescheidenen Leistung von gerade mal 5 PS in Serie ging, brauchte aber ganze 10 Jahre und die Erfindung des Vergasers, bis auch endlich Fahrzeuge mit dessen Antriebskraft losrollen konnten. Doch auch die beste Idee ist mit einer ersten Ausführung noch nicht perfekt umgesetzt. So wurde der Otto-Motor bis heute immer weiterentwickelt und vor allem auf mehr Leistung getrimmt. Das vorläufige Ergebnis sind die heutigen „PS-Monster“ mit 300 bis sogar über 500 PS oder auch die durch den Klimawandel geforderten sparsamen Motoren mit hoher Effizienz und meist weniger Leistung.

Doch die Idee des Otto-Motors war vielen noch nicht ausgereift genug, da die Kolbenbewegung selbst die Leistung stark mindert, da dieser auch erst einmal in Bewegung gebracht werden muss.

 

Die Erfindung von Felix Wankel

Die Lösung war eine Kombination aus den Funktionsweisen des besagten Otto-Motors und einer Turbine. Aber erst Felix Wankel gelang es 1954, diese Idee in Form eines Drehkolbenmotors umzusetzen. Ähnlich dem Otto-Motor arbeitet der Wankel-Motor nach dem 4-Takt-Prinzip, leistet die einzelnen Takte aber kreisend. Dreh- und Angelpunkt ist hier im wahrsten Sinne der dreieckige Kreiskolben, der sich in einer ovalen Kammer gleichmäßig um seine eigene Achse dreht.

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Unterschied Otto Wankel WankelmotorDieser Motor benötigt keine Einspritzventile, wie es beim Otto-Motor der Fall ist. Der dreieckige Kreiskolben saugt selbstständig durch seine Bewegung das Gasgemisch an, verdichtet es und lässt es durch das Ablassventil wieder raus. Dank diesem Arbeitsprinzip werden nicht nur wesentlich weniger Teile für die Konstruktion benötigt, sondern der Motor ist auch wesentlich kompakter und besitzt eine größere Laufruhe.

Nachteile des Wankelmotors

Doch aufgrund seines hohen Verbrauchs und der starken Abnutzung wurde die Produktion bereits 1977 wieder eingestellt. Erst heute erlebt der Wankel-Motor seine Wiederauferstehung – mit einigen Verbesserungen. Drei große Probleme galt es zu verbessern. Zum einen die sehr schlechte Thermodynamik, da durch den Aufbau des Verbrennungsraums viel Energie als heiße Luft einfach „verpuffte“. Dadurch benötigte der Motor viel mehr Kraftstoff als der Otto-Motor und blies auch mehr Schadstoffe wieder aus. Zudem kratzte der dreieckige Kolben mit seinen Ecken an der Innenwand, und schliff sich so seine Ecken ab.

Neuentwicklungen

Die Firma Wankel SuperTec aus Cottbus hat sich den Wankel-Motor mal vorgenommen und nicht nur das Problem mit der Thermodynamik behoben, sondern ihm auch ein kompaktes und vibrationsarmes Aggregat verpasst.

Der aber wohl größte Durchbruch ist ihnen aber mit der Brennstoffnutzung gelungen. Denn ihr Modell ist eine Vielstoff-Maschine. Heißt, der verbesserte Wankel-Motor läuft nicht nur mit Benzin oder Diesel, sondern auch mit Wasserstoff, Gas, Ethanol, Kerosin und Salatöl. Ein Allesfresser sozusagen.

 

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Author: MisterGrip

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