Übernehmen die Chinesen den Automarkt?

Peking BeitragDie gerade zu Ende gegangene Automesse in Peking stellt einen Meilenstein in der Entwicklung der chinesischen Autobauer dar. Nicht mehr nur europäische, japanische und (hinzugekommen) südkoreanische Hersteller dominieren den Markt. Inzwischen machen die Chinesen richtig Dampf.

Beliebte Modelle

Aber wo? Ein Schlüsselsegment scheinen die SUVs zu sein. Der reicher werdenden Bevölkerung in China verlangt es nach übergroßen Autos. Denn in diesem Land gilt zuvorderst, dass man sich repräsentieren muss.

Das gilt auf der Straße genauso wie im Berufsleben. Hat man ein auffälliges Auto, zeigt das den Erfolg des Besitzers an. Fährt man nicht einen Wagen, der seinem Status entspricht, gilt als unter der Würde der Person zu sein.

Und ein besseres Auto zu haben verbessert auch sonst das Leben. Selbst auf dem Heiratsmarkt hat man deutlich bessere Chancen. Obwohl hier immer das Gesamtpaket entscheidend ist – am besten besitzt man auch ein tolles Haus oder eine gute Wohnung.

Die deutschen Luxusschlitten

Die Chinesen mögen es inzwischen also etwas teurer. Lange Zeit waren dafür die Europäer, speziell die Deutschen, hierfür zuständig. Und auch diesesmal wurden in Peking Luxuskarossen der deutschen Hersteller präsentiert.

Peking Porsche Cayman 718

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Allen voran kam der Porsche Cayman 718. Er ist die Hardtopversion des Boxsters und feierte auf der Messe sein Debüt. Auf einem speziellen „Laufsteg“ für die Autos kam er heruntergefahren und war eines der Highlights der Veranstaltung.

Peking Audi TT-RSAuch Mercedes Benz kam mit einer E-Klasse und Audi mit ihrem neuen TT-RS. Aber alleine waren die Deutschen nicht mehr.

SUV und Elektromobilität

Eine der Überraschung hierbei war der kleine SUV V3 EV, der „nur“ 420 Zentimeter lang ist und lediglich 110 PS bereithält. Der Hersteller Zhonghua plant trotzdem mit diesem Auto Chinesen anzusprechen, die sich keinen ausgewachsenen SUV leisten können oder wollen.

SUVs gibt es auch sonst sehr viele. Und einer hat sogar einen Elektromotor. Der Hawtai-SUV E260 hat ebenso 110 Pferdestärken. Aber in einem Elektromotor ist das nochmal eine ganz andere Geschichte.

Peking Hawtai SUV E260Probleme tauchen hier an ganz anderer Stelle auf. Das Gefährt kommt auf eine theoretische Reichweite von 300 Kilometern… Aber nur falls man nicht schneller als 60 km/h fährt. Sportlichkeit adé.

Nun ja. Der Elektrotrend wird auch in Zukunft immer mehr kommen. Da werden in Zukunft ebenso seltsame Stilblüten treiben.

Doch selbst bei Sportwagen sind die Chinesen heute auf der Höhe der Zeit.

  • Von Qiantu wurde ein flotter Roadster vorgestellt.
  • Das Chery FV2030 Konzeptauto sieht sehr futuristisch aus
  • Der Autoriese BAIC bringt ein Elektro-Supercar heraus, das von 0 auf 100 innerhalb dreier Sekunden kommen soll

Übernahme komplett?

Deshalb die Frage, ob die Chinesen schon jetzt den gesamten Automarkt gekapert haben, indem sie alle Typen und Trends abgedeckt haben. Soweit ist es noch nicht. Zwar fördert der Patriotismus der Chinesen die Verkaufszahlen im Reich der Mitte, aber dort gibt es auch ein Riesenpotential für den Automarkt, der noch lange nicht ausgeschöpft ist.

Die Deutschen bauen viele Autos im Luxussegment und das ist nun tatsächlich das, welches von den Chinesen immer mehr aufgegriffen wird. Trotzdem müssen sich Mercedes & Co. nicht verstecken. Sie müssen nur aufpassen, dass sie sich nicht auf ihren früheren Erfolgen ausruhen.

Peking Roewe Vision SDas Auftauchen der chinesischen Hersteller als Konkurrenz wird wohl durch nichts so gut symbolisiert wie durch die Coupé-Limousine Roewe Vision S. Die chinesische Marke nutzt von Rover übernommene Embleme und setzt damit auch für den europäischen Markt ein Zeichen, dass man sich warm anziehen sollte.

 

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MisterGrip

Author: MisterGrip

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