Mythos Volvo

Viele Werbeslogans und beinahe mystische Andichtungen ranken sich um den Volvo. Mit „Sicherheit aus Schwedenstahl“ wird etwa auf die dickere Karosserie der Fahrzeuge angespielt. Auch dürfte das Markenimage erheblich gestiegen sein, seit der Volvo Regierungsfahrzeug der DDR-Oberen wurde. Die Wirklichkeit hält nicht mythos-volvo-aus-schwedenhinter den Werbeversprechen zurück – muss aber inzwischen mit der Konkurrenz tüchtig mithalten.

Der technisch nachgewiesene Vorsprung des Volvo im Markenvergleich

Der Mythos vom Schwedenstahl erweist sich beim genauen Betrachten eines Volvos als erfolgreiche, vom Volvo-Klientel eisern mitgeführte Imagepflege. Zu Beginn der Volvo-Ära pflegte der Automobilhersteller vor allem das Geschäft mit der Angst.

Je sicherheitsbedürftiger die Fahrzeuginteressenten waren, desto wahrscheinlicher entschieden sie sich für ein Modell der Marke Volvo. Das ist bis heute so geblieben, inzwischen allerdings ein erfolgreicher Selbstläufer. Wer sicher Auto fahren möchte, fährt Volvo.

Aber etwas Neues kommt technisch im Markenvergleich zum mystischen Ruf des sicheren Volvos: Sein neuer Ruf vom sicheren Fahrluxus. Ein laufruhiger Motor mit tüchtig PS, jede Menge Fahrassistenten und Insassenkomfort auf hohem Niveau, das sind Marktfakten, die einen der Kombis oder Limousinen durchaus auch für weniger ängstliche Kfz-Ästheten zur interessanten Anschaffung werden lassen.

Geld macht Geschmack – Volvos Rettung aus Asien

Europäischer Fahrzeuggeschmack legt Wert auf schöne Lackierungen, stylische Beleuchtungen und eine ausdrucksstarke Frontansicht. Natürlich muss das Heck eines Fahrzeugs auch dessen Sportlichkeit optisch betonen.mythos-volvo

Bis zur Zeit der Volvo-Finanzkrise waren solche Betrachtungen den Volvo-Entwicklern zu schnöde, um darauf Rücksicht zu nehmen. Ein Volvo war ein unterschiedlich großer „Kasten“, der ein Design nach dem Geschmack der Autofans nicht nötig zu haben schien.

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Während die Imagepflege in Sachen Sicherheit bis heute zum hartnäckig guten Ruf der Marke beiträgt, blieben bis vor einigen Jahren selbst die gewagtesten Facelifts von Modellreihen höchstens angemessen, keinesfalls spektakulär. Doch dann kam chinesische Finanzhilfe und mit dieser die Erkenntnis, dass Geld eben Geschmack macht und Moderesistenz bei Fahrzeugen überbewertet ist.

Chrom, Glanz und Style sind nun bei SUV oder Kombis, stilvoll dezent auch bei Limousinen von Volvo erlaubt. Es verlangt der asiatische Kunde, und weil Asien der größte weltweite Fahrzeugmarkt ist, entspricht die schwedische Entwicklungsabteilung diesem Begehren.

Volvo bleibt Volvo – wenig mystisch, aber erfolgreich anpassungsfähig

Die Jahrzehnte der Imagepflege führen auch in den eigenen Reihen zu einem gewissen Stolz. Technische Details oder optische Trends werden nicht von anderen mythos-volvo-fuer-die-familieAutomarken kopiert. Sollte es bei Volvo demnächst Neuheiten geben, dann werden das zweifelsohne entweder strikte Bestellungen aus China sein oder eigene Kreationen, stets mit dem Fokus auf größtmöglicher Fahrzeugsicherheit.

Im Klartext bleiben neue Volvo-Modelle technisch ähnlich. Das spart Kosten, die wiederum in Designänderungen gesteckt werden können. Während der Mythos Volvo beinahe zum Untergang der Marke wegen ihrer zu starren Marktstrukturen geführt hätte, gilt es nun, das alte Image in eine neue Wandlung der Unternehmensphilosophie zu integrieren.

Steigende Absatzzahlen und respektabel ausgestattete Neumodelle sprechen dafür, dass diese Kombination gelingen kann.

Fazit

Die Zeiten kantiger Volvo-Modelle für überaus sicherheitsbewusste Fahrer sind vorbei. Der Markt honoriert selbst das über Jahrzehnte gewachsene Image vom Schwedenstahl eben nur, wenn jetzt auch optische Designanpassungen der Marke folgen.

Mit der Rücksicht auf chinesischen Kundengeschmack und dem Ziel, wieder erfolgreicher auf dem Fahrzeugmarkt zu sein, könnte aus „Odins Hammer“ durchaus ein schlanker Speer werden.

 

 

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MisterGrip

Author: MisterGrip

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