Sicher mit Mischbereifung?

Immer wieder sorgt das Thema ‚Mischbereifung‘ für Unsicherheit bei den Autofahrern. Der Begriff wird in einem unterschiedlichen Kontext verwendet. Wichtig ist zu wissen, wie die gesetzlichen Vorschriften lauten. Denn diese geben verbindliche Vorgaben zu dem Thema her. Darüber hinaus gibt es Empfehlungen Automobilexperten und Sicherheitsfachleuten.

Was bedeutet Mischbereifung?

mischbereifung-215er-pirelliEine Mischbereifung ist laut Gesetz gegeben, wenn eine Kombination von Reifen unterschiedlicher Bauart verwendet wird.

Von einer gemischten Bereifung wird beispielsweise dann gesprochen, wenn gleichzeitig Diagonal- und Radialreifen an einem Kraftfahrzeug angebracht worden sind. Diagonalreifen sind seit dem Jahr 1889 im Handel. Diese wurden von den wesentlich komfortableren Radialreifen abgelöst.

Für den Fall einer gemischten Bereifung aus diesen genannten Reifentypen gibt es eine gesetzliche Regelung in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), und zwar im § 36 Abschnitt 2 a.

Demnach ist diese Art der Mischbereifung verboten. Diagonalreifen werden jedoch mehr und mehr von den Radialreifen verdrängt, sodass diese Vorschrift bald wenig Bedeutung zukommt.

Verschlechterung der Fahreigenschaften durch Mischbereifung?

Andere Fälle haben in der Praxis eine viel größere Bedeutung: Dürfen unterschiedliche Reifenprofile kombiniert werden? Ist es verboten, verschiedene Reifengrößen zu benutzen? Wie ist der Fall zu bewerten, wenn beispielsweise vorne zwei 215er-Pirelli Reifen aufgezogen werden und hinten zwei 225er-Kleberreifen?

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Laut der Straßenverkehrsordnung (StVZO) ist die Kombination unterschiedlicher Reifenprofile erlaubt.

Bei den Profilen dürfen verschiedene Profiltiefen, Modelle, Hersteller, Profilaufbauten sowie Materialzusammensetzungen verwendet werden. Daher wäre in dem Beispielfall erlaubt, Reifen von Herstellern wie Pirelli und einer weiteren Marke zu benutzen. mischbereifung-225er-kleber
Darüber hinaus kann eine differenzierte Bereifung, bei der jeweils andersartige Materialien genommen wurden, montiert werden. Ferner dürfen die Pneus ungleiche Profile und Profiltiefen aufweisen.

Doch was sagen die Fachleute dazu? Der ADAC, TÜV sowie der Bundesverband Reifenhandel sind in diesem Punkt anderer Meinung als der Gesetzgeber. Sie vertreten die Ansicht, dass es bei der Kombination andersgearteter Reifenmodelle zu vielen Nachteilen kommen kann:

  • die absolute Fahrstabilität ist nicht mehr gegeben
  • bei Kurvenfahrten kann sich ein instabiles Verhalten zeigen
  • die Bremswirkung wird verschlechtert
  • Gefahr von Aquaplaning

Experten empfehlen Autofahrern daher, nach einem Wechsel der Reifen, zum Beispiel nach einer Panne, das gleiche Reifenmodell nachzubestellen, das bereits montiert ist. Somit besteht immer die Gewähr, dass auf allen Achsen identische Fabrikate verwendet werden. Außerdem sollten zumindest auf einer Achse nebeneinander zwei gleiche Pneus montiert sein.

Unterschiedliche Reifendimensionen bei Mischbereifung

mischbereifungVerschiedene Größen sowie Breiten bei der Bereifung vorne und hinten dürfen in einigen Fällen zum Einsatz kommen.
Die passende Kombination muss jedoch laut der Fahrzeugpapiere für den jeweiligen Fahrzeugtyp zugelassen sein. Welche Kombination zulässig ist, geht aus der Zulassungsbescheinigung Teil 1, Ziffer 15 hervor.
Jedoch könnten möglicherweise nicht alle zulässigen Reifendimensionen im Kraftfahrzeugschein vermerkt sein. Vollständige Informationen gibt der Fahrzeughersteller heraus. Dafür muss das sogenannte Certificate of Conformity (CoC-Papier) angefordert werden.

Fazit

Eine Mischbereifung wie in dem obigen Beispiel dargestellt wäre in diesen zwei Fällen gesetzeswidrig:
  1. bei einer Kombination von Radial- und Diagonalbereifung
  2. Benutzung unterschiedlicher Reifendimensionen, die für ein Fahrzeug nicht zugelassen ist

Trotz fehlenden Verbotes für die Kombination der verschiedenen Hersteller, Profiltiefen, Reifenmodelle und Ähnliches, warnen Experten vor dieser Art der Benutzung.

Denn sie halten die Folgen auf die Fahreigenschaften für risikobehaftet. Im Ergebnis für obiges Beispiel kann die Verwendung durchaus im Rahmen des Erlaubten liegen. Doch sollten statt beispielsweise vorne zwei 215er-Pirelli Reifen und hinten zwei 225er-Kleberreifen laut der Auffassung der Experten aus Sicherheitsgründen besser vier Pneus der gleichen Marke und Beschaffenheit montiert werden.

 

 

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MisterGrip

Author: MisterGrip

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