Fahrbahn rutschig – wer zahlt beim Unfall?

Bei einem Unfall auf rutschiger Fahrbahn ist es in der Regel so, dass der Fahrer bzw. Unfallverursacher für den entstandenen Schaden alleine aufkommen muss. Allerdings gibt es auch Einzelfälle, die die Schadensregulierung auf andere Parteien überträgt.

Die Schuldfrage bei einem Unfall auf rutschiger Fahrbahn

unfall-auf-rutschiger-fahrbahnGrundsätzlich ist die Schuldfrage eindeutig, wenn ein Unfall ohne Fremdeinwirkung bzw. ohne anderen Unfallteilnehmer stattfindet.

Der Unfallverursacher muss in der Regel alleine für den Schaden aufkommen oder seine Versicherung wird für den Schaden aufkommen, was eine Erhöhung des jährlichen Versicherungsbeitrages nach sich ziehen wird.

Es wird Dir unterstellt, dass Du Deine Pflicht nicht nachgekommen bist, entsprechend der Wetterverhältnisse mit angepasster Geschwindigkeit und Fahrweise im Straßenverkehr teilzunehmen.

Somit wird Dir generell die Hauptschuld bei einem Unfall auf rutschiger Fahrbahn gegeben, weil Dir zumindest Fahrlässigkeit vorgeworfen wird.

Es gibt jedoch Einzelfälle, die eine andere Bewertung der Schuldfrage bei einem Unfall auf rutschiger Fahrbahn ergeben hat. In einem bestimmten Fall hat das Oberlandesgericht Hamm mit dem Urteil vom 18.12.2015, Az. 11 U 166/14 konkret anders geurteilt und entschieden.

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Eine Motoradfahrerin hatte einen Unfall auf einer rutschigen und nassen Fahrbahn auf einer Landstraße. Sachverständige und Experten hatten damals festgestellt, dass die Beschaffenheit der Straße nicht genügt Haftung für die Reifen erzeugen kann.

In diesem Fall wurde das Bundesland NRW vom Oberlandesgericht Hamm dazu verurteilt, den Schaden am Motorrad zu bezahlen bzw. zu regulieren.unfall-auf-rutschiger-fahrbahn-aufgrund-falscher-reifen

Jedoch ist ein Wehrmutstropfen dabei gewesen. Weil die Motorradfahrerin ein generelles Risiko im Straßenverkehr zu tragen hat, musste sie trotz allem 25 % des Schadens am Ende selber übernehmen.

Zahlt die Versicherung bei einem Unfall auf rutschiger Fahrbahn?

Im Regelfall zahlt deine Versicherung, wenn Du einen Unfall auf rutschiger Fahrbahn verursacht hast.

Jedoch versuchen auch die Versicherungen sich von der Schadensregulierung zu entziehen oder Dich nachträglich in Regresse zu nehmen, wenn Dir nach Analyse und Betrachtung des Unfallhergangs eine grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann.

In diesem Fall ist es sehr wahrscheinlich, dass Du direkt oder durch eine Regressforderung von deiner Versicherung nachträglich zur Zahlung des Schadens aus eigener Tasche verpflichtet wirst.

In manchen Fällen wäre es Dir sogar anzuraten, den Schaden selber zu bezahlen, um eine Erhöhung deiner Versicherungsprämie zu vermeiden. Bei einer niedrigen Schadenshöhe lohnt sich die Selbstregulierung des Schadens auf jeden Fall.

Bei einer Teil-Kaskoversicherung kann es sein, dass der Schaden nur deinen Eigenanteil umfasst.

Falls bei einem Gerichtsverfahren festgestellt wird, dass Dich überhaupt keine Schuld trifft, dann musst weder Du noch Deine Versicherung bezahlen, sondern das unfall-auf-rutschiger-fahrbahn-in-einzelfaellenBundesland, in dem sich der Unfall ereignet hat.

Fazit

Wie bei jedem Unfall ist auch ein Unfall auf rutschiger Fahrbahn nie unumstritten.

Fahrlässig handelst du, wenn Du falsche Reifen aufgezogen hast. Das ist der Fall, wenn Du im Winter keine Winterreifen fährst! Dann zahlst Du in jedem Fall selbst.

Auch schlechte Straßenverhältnisse können schuld am Unfall sein. In Einzelfällen gibt es dazu Urteile.

Dennoch würde ich Dir dringend raten: Immer die richtigen Reifen aufziehen! Denk an Deine Sicherheit!

 

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MisterGrip

Author: MisterGrip

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