Die Geschichte des Herstellers Lamborghini

Ferruccio Lamborghini, geboren 28. April 1916, gestorben 20. Februar 1993 war nicht nur ein smarter Geschäftsmann und Liebhaber von schnellen Autos, sondern gilt vor allem als einer der größten italienischen Unternehmer des 20. Jahrhunderts. Bereits als kleiner Junge war er von sämtlichen mechanischen Dingen fasziniert und absolvierte später an der Technischen Hochschule Bologna ein Ingenieursstudium.

Am Anfang stand der Traktor

Lamborghini beitrag1Während des Zweiten Weltkrieges war Ferruccio Mitglied des Bodenpersonals der Luftwaffe. Nachdem er aus britischer Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, begann 1946 sein Weg zur Legende.

In unmittelbarer Nähe zu seinem Heimatort eröffnete Lamborghini eine Werkstatt. Dort bastelte er aus ausrangierten Militärfahrzeugen Gefährte zusammen, die Traktoren ähnlich waren.
Mit all seiner Energie und Leidenschaft entstand aus der einstigen Werkstatt im Jahr 1949 eine Firma die Lamborghini Tractori SpA, die eigens entwickelte Traktoren mit Dieselmotoren herstellte.

Während der späten 60er Jahre und nach einem Umzug in ein neues Werk gehörte das Unternehmen mit monatlich 400 produzierten Fahrzeugen zu den wichtigsten Herstellern für Landmaschinen in Italien.

Kometenhafter Aufstieg eines Selfmade-Mans

Ferruccio Lamborghini erschloss im Jahr 1960 und nach einem Trip in die USA ein weiteres Geschäftsfeld, er gründete die Bruciatori SpA, die Klima- und Heizgeräte herstellte. Beide Unternehmen boomten und mit den erzielten Erträgen wollte Ferruccio sich seinen Traum verwirklichen. Der Unternehmer wollte Hubschrauber bauen, jedoch wurde ihm von der Regierung die Genehmigung dazu versagt.

Mit 46 Jahren gehörte Lamborghini zu Italiens reichsten Geschäftsmännern und trotzdem blieb er nach wie vor bodenständig.

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Seine Passion – schnelle Autos

Der Selfmade-Man verstand es zu leben und liebte edle Weine, leckeres Essen und schnelle Wagen. Schon 1948 baute er sich einen offenen Sportwagen aus einem getunten Fiat Topolino.
Um den Entschluss, Sportwagen zu bauen, ranken sich viele Geschichten und so verschmolzen Wahrheiten und Mythen miteinander. lamborghini beitrag3

Ende 1962: Ferruccio besitzt einen breit gefächerten Fuhrpark mit Karossen von Maserati, Jaguar, Ferrari und Mercedes. Trotz der starken Marken in seiner Garage ist er mit keinem Wagen zu 100 % zufrieden. Bei dem einen stören ihn die Geräusche, der andere hat zu wenig Qualität und wiederum beim nächsten ist es der mangelnde Komfort.

Unzufrieden versucht Lamborghini einen Gesprächstermin bei Enzo Ferrari zu bekommen, leider ohne Erfolg. Er lässt seinen Ferrari 250 GT durch seine Ingenieure demontieren und stellt dabei fest, dass es sich bei vielen Bauteilen um Standardware handelt.

Lamborghinis Geschäftssinn wurde erneut erweckt und er verzichtete auf sein teures Hobby, den Motorsport, und widmete sich seiner eigenen Automobilfirma.

1963 etablierte er sein Unternehmen, die Automobili Ferruccio Lamborghini S.p.A., dessen Standort die SantAgata Bolognese ist, inmitten der „Terra di Motori“, welches das Land der Motoren ist und den Werken von Ducati, Ferrari und Maserati.

Trotz der bestehenden Dichte an Facharbeitern war das Lohnniveau äußerst mickrig aufgrund der strukturschwachen Gegend. Um ein langfristiges und zinsloses Darlehen zu erhalten, erteilte Ferruccio allen seinen Arbeitern eine Beschäftigungsgarantie. Lamborghinis Ungeduld sorgte dafür, dass seine Fabrik innerhalb eines Jahres fertiggestellt war.

Auch das Firmenwappen, der angreifende Stier, geht auf Lamborghini selbst (Sternzeichen Stier) und seinen Charakter zurück.

Lamborghini 350 GTV

lamborghini beitrag2Im Jahr 1964 wurde der Lamborghini 350 GTV produziert und übertraf mit seiner Leistung alle Ferrarimodelle um Längen. Jedoch war der Perfektionist Lamborghini noch immer nicht zufrieden und stellte 1966 den Lamborghini Miura vor, der erste nach einer Kampfstierzucht benannte Wagen. Mit fast 300 Stundenkilometer, ein Ärgernis für die gesamte Konkurrenz.

Besitzerwechsel

In den Jahren 1972 und 1973 zieht Lamborghini sich immer weiter zurück. Der kometenhafte Erfolg der vergangenen Jahre erfährt einen Dämpfer, ausgelöst durch die Krise in den 70er Jahren. Ein mit der bolivianischen Regierung vereinbartes üppiges Traktorengeschäft kam 1972 in letzter Sekunde doch nicht zum Tragen und um sein Unternehmen mit den Landmaschinen wieder zu stärken, verkauft er 51 % der Anteile.

Käufer war Georges-Henri Rossetti, ein Schweizer, bereits ein Jahr darauf verkaufte er die übrigen 49 % an den Kollegen Rossettis, René Leimer. Bis in das 1998 gab es vier Eigentümerwechsel bei Lamborghini und erst mit dem Verkauf an die Audi Gruppe, kommen die Stiere zur Ruhe.

 

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MisterGrip

Author: MisterGrip

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