Der Notfallknopf im Auto – neues eCall-System soll Leben retten

Ab dem Jahr 2018 wird ein automatisches Notfallsystem Pflicht in allen Autos. Damit verfolgt die EU das ambitionierte Ziel, bis zu 2500 Menschenleben jährlich zu retten. Denn wenn die Einsatzkräfte nur schnell genug vor Ort sind, können Sie am Unfall beteiligte Personen eher retten. Mit dem Notfallknopf soll keine wertvolle Notfallknopf Beitrag1Zeit mehr verloren gehen.

Wie der Notfallknopf funktioniert

Die EU verpflichtet Autohersteller dazu, ab März 2018 Neuwagen mit einem automatischen Notrufsystem auszustatten. Die eCall-Technik wird bei einem Notfall aktiviert und alarmiert automatisch die Notrufzentrale. Nach Schätzungen der EU-Kommission wird durch den Notrufknopf die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte um bis zu 60% verkürzt.

Mit dem Notrufsystem ausgestattete Fahrzeuge setzen nach einem Unfall selbsttätig einen Notruf an die nächste Notrufzentrale ab. Ausgelöst wird der Notruf durch Sensoren. Die Notrufzentrale erhält durch den eCall Standortinformationen zum Fahrzeug und hat die Möglichkeiten, mit den Fahrzeuginsassen zu sprechen. Nur wenn sich ein heftiger Aufprall ereignet, reagieren die Sensoren.

Natürlich sollen sie nicht bei jedem kleinen Blechschaden aktiv werden, damit Du nicht nach einem Parkrempler mit alarmierten Rettungskräften konfrontiert wirst. Auslöser des Signals kann etwa das Öffnen der Airbags sein. Dafür sind die Sensoren an die Sicherheitstechnik im Wagen gekoppelt. Ebenso kannst Du den Notruf selbst auslösen, etwa bei gesundheitlichen Problemen während der Fahrt. Für Verbraucher soll das System kostenfrei sein. Die Kosten von geschätzten 100 Euro pro Fahrzeug müssen nach Vereinbarung des EU Parlaments die Fahrzeughersteller übernehmen.Notfallknopf Beitrag2

Bestandteile des Notfallsystems

Das Notfallsystem ist mehr als ein Notfallknopf. Dazu gehören ein GPS-Empfänger, um die Fahrzeugposition zum Unfallzeitpunkt zu ermitteln und eine Antenne zum Absenden des Notrufes. Beides wird von einem Steuergerät koordiniert. Sensoren dienen dazu, den Unfall zu erkennen und einen Notruf bei nur leichten Blechschäden zu vermeiden.

Lautsprecher und Mikrofon im Auto erlauben es der Notrufzentrale mit den Insassen des Fahrzeugs zu sprechen. Integriert ist weiterhin eine Notstromversorgung, um das Notfallsystem auch nach der Zerstörung der Autobatterie zu erhalten. Eine Kontrollleuchte zeigt die Funktionsfähigkeit des Systems an und eine Datenbank speichert alle an die Rettungsstelle zu übermittelnden Daten. Das funktioniert automatisch und kann – hier kommt doch noch ein Knopf ins Spiel – manuell mit einer Notfalltaste ausgelöst werden.

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Die Idee ist nicht neu – bereits 1982 testete die deutsche Bundesanstalt für Straßenwesen ein Auto-Notruf-System. Diese kleinen Notfunkgeräte wurde später zu einem in das Armaturenbrett integriertem System weiterentwickelt. Einige Automobilhersteller offerierten Kunden kostenpflichtige Lösungen und IBM sowie Bosch brachten Notfallknopf Beitrag3ein System hervor, das an den Zigarettenanzünder gekoppelt wird und die Crashdaten an eine Smartphone-App zur Weiterleitung an die Notfallzentrale sendet.

Der Datenschutz hat das letzte Wort

Verfechter eines strengen Datenschutzes setzten gegenüber dem ersten Entwurf durch, dass Positionsdaten nur im Notfall übermittelt werden dürfen. Nur dann soll das Fahrzeug Angaben zum Fahrzeugtyp, Treibstoff, Zeitpunkt des Unfalls oder zur Position des Fahrzeuges sowie die Zahl der Insassen senden. Zudem müssen die Fahrzeughersteller sicherstellen, dass die im Auto gespeicherten Daten danach dauerhaft gelöscht werden.

Das Notfallsystem soll also keine Daten über Dich sammeln und speichern, die dem Erstellen eines Bewegungsprofils dienen, um Begehrlichkeiten der Behörden in Bezug auf diese Informationen zu vermeiden.

 

 

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MisterGrip

Author: MisterGrip

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