Autonomes Fahren – Womit in den Achtzigern niemand gerechnet hätte…

Selbstfahrende oder autonome Autos könnten in wenigen Jahren den menschlichen Fahrer abgelöst haben. In den vergangenen Jahren hat die Technik große Fortschritte gemacht, sodass schon jetzt Autos verschiedener Hersteller allein fahren könnten. Bevor das autonome Fahren jedoch zum Massenphänomen wird, müssen noch einige technische und vor allem rechtliche Probleme geklärt werden.

Der Traum vom selbstfahrenden Auto

autonomes fahren beitrag3Autonomes Fahren ist kein neuer Trend, der sich erst in den vergangenen Jahren etabliert hat. Schon in den 80er Jahren forschten Techniker beispielsweise an der Carnegie Mellon University in Pittburgh an Möglichkeiten, mit denen Autos selbst fahren könnten.

In Deutschland lies die Universität München im Zuge des Forschungsprogramm Prometheus Anfang der 90er Jahre führerlose Autos über die Straße fahren.

Einen neuen Schub erhielt das Thema dann im neuen Jahrtausend. So interessierte sich nun der Softwareriese Google für das autonome Fahren und begann mit der Finanzierung von Entwicklungsprojekten.

Im Jahr 2011 meldete das Unternehmen das erste Patent an, ein Jahr später folgte die Zulassung für das erste Auto.

Trotz funktionierender Technik wurde damals allerdings vorgeschrieben, dass sich ein Mensch hinter dem Steuer befinden muss. Witzigerweise waren praktisch alle Unfälle der Google Cars in den kommenden Jahren auf Fehlverhalten dieser Menschen oder anderer Verkehrsteilnehmer zurückzuführen.

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Entwicklung weit fortgeschritten

Spätestens mit Googles Erfolg rückte das Thema autonomes Fahren auch zunehmend in den Fokus der tatsächlichen Automobilhersteller. Aktuell gibt es gleich mehrere Testprojekte, die von verschiedenen Herstellern betrieben werden.

Neben Google hat sich beispielsweise auch der Elektrowagenhersteller Tesla einen Namen gemacht. Die neuen Tesla-Modelle werden heute schon mit einem Fahrassistenten ausgeliefert, der in der Lage ist allein zu fahren. Bei eingeschaltetem Assistenten muss der Fahrer selbst nicht mehr lenken, beschleunigen oder bremsen.Autonomes Fahren Beitrag1

Ein wichtiger Forschungspunkt ist auch der Bereich LKW. In Deutschland testet beispielsweise das Unternehmen MAN bereits schon mit selbstfahrenden Lastwagen. Darüber hinaus wurde hierzulande Anfang 2015 ein Teilstück der A9 als Teststrecke für digitales und autonomes Fahren freigegeben. Der Abschnitt soll Entwicklern die Möglichkeit geben, neue Technik unter realen Bedingungen zu testen.

Unfallfrei in die Zukunft?

Mit der immer schnelleren Entwicklung sehen sich Befürworter der Technologie schon bald an ihrem Ziel. Sollte das autonome Fahren einmal flächendeckend zum Einsatz kommen, erwarten viele Forscher einen drastischen Rückgang der Unfallzahlen. Die Prognosen gehen bis zu Werten von 90 Prozent weniger Unfälle.

Darüber hinaus könnte automatisiertes Fahren zur Reduktion von Staus und Emissionen führen, da Computer für einen gemäßigteren Verkehrsfluss sorgen. Nicht zu unterschätzen ist natürlich auch der Zeitgewinn für Fahrer. Wer sich nicht um das Fahren selbst kümmern muss, hat deutlich mehr Zeit und kann diese zum Beispiel für das Lesen eines Buches nutzen.

Technische und rechtliche Fragen

So gut die Technik bereits schon funktioniert, gibt es trotzdem immer noch Bedenken gegen das autonome Fahren. Zum einen reicht die Kombination aus Kamera-, Laser- und Radartechniken Autonomes Fahren Beitrag2sowie GPS-Daten, die viele selbstfahrende Fahrzeuge verwenden, mitunter bei sehr schlechtem Wetter nicht aus. Zusätzliche technische Maßnahmen auf den Straßen, wie sie aktuell auf der A9 getestet werden, könnten hier aber noch mehr Sicherheit bringen.

Noch viel interessanter ist allerdings die rechtliche Frage. Aktuell nutzen Fahrer die Systeme praktisch auf eigene Gefahr, dabei dürfte es in Zukunft jedoch nicht bleiben. Sollten selbstfahrende Autos massentauglich sein, stellt sich die Frage, wer im Falle eines Unfalls haftbar ist.

Da die Autos ja nicht mehr durch Menschen gefahren werden, kann man den Haltern die Unfallschuld eigentlich nicht anlasten. Möglich wäre eine Haftbarkeit der Hersteller, worauf diese jedoch vermutlich nur bedingt Lust hätten.

Auch die Gefahr von Cyberkriminalität dürfte mit zunehmender Verbreitung stärker in den Mittelpunkt rücken.

Neben den Technikern wird das Thema autonomes Fahren daher mit Sicherheit auch die Juristen in den kommenden Jahren beschäftigen.

 

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Author: MisterGrip

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